Skua und mehr…

Liebe Familie, liebe Freunde

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Nach langer Zeit melden wir uns wieder. Mittlerweile sind wir schon an der Grenze zu North Carolina, wo die Skua Mitte Juli aus dem Wasser kommt und wir nach Hause kommen bis nächstes Jahr. Ja, Pläne ändern sich….so ist das Leben. Viel ist passiert seit unserem letzten Bericht. Wir haben mit unserem Schweizer Freund (und Katze) viel erlebt. Als wir von Nassau weggesegelt sind, hatte Matthias einen Blitzeinschlag auf seinem Katamaran und wir waren schon in den Berry Islands oben. Alle Systeme, die den kleinsten elektronischen Baustein beinhalten, sind verbrannt. Keine Navigation, Radar, Funk oder AIS und vieles mehr……

Also warten wir auf ihn in den Berry`s um ihn nach Florida zu begleiten und ihm einen kleinen Schutz zu gewähren, indem wir immer in seiner Nähe sind. Martin versuchte mit ihm zusammen einiges wieder zu reparieren, leider ohne grossen Erfolg. Die Systeme müssen neu gekauft und installiert werden. Eigentlich hatte er noch Glück im Unglück, es hätte auch seinen Rumpf treffen können…..nicht daran zu denken was dann geschehen wäre!! Die Häufigkeit der Gewitter nehmen zu und wir entscheiden mit einem weiteren Schweizer Segelboot die Überfahrt nach Grand Bahama West End anzugehen, um von dort den Sprung nach Florida zu machen.

Wir segeln um halb vier nachts los um die lange Strecke mit wenig Wind zu schaffen. Am Abend das obligate Treffen auf dem Katamaran und wieder gings anderntags um vier Uhr nachts los. Wir steuern West Palm Beach an um dort bei West Marine unser Dinghi zu bestellen und Matthias seine Geräte, die er braucht um autonom weitersegeln zu können. Das Einklarieren war wieder eine sehr komplizierte Geschichte….. also reisen wir so bald als möglich nach Fort Pierce. Wir sind festgemacht in der Marina und Matthias vor Anker, und warten auf die Dinghilieferung und Matthias auf seine Geräte. Alles klappt wunderbar, und die Amis sind sehr hilfsbereit und freundlich. Martin hilft Matthias die Systeme zu ersetzen und wieder zum Laufen zu bringen. Das Alles ist alleine unmöglich zu schaffen. Mast hoch und gleichzeitig unten schauen ob die Signale funktionieren usw. Wir geniessen die Zeit mit Matthias und Katze Aramid aber auch und verabschieden uns für längere Zeit von den Beiden, denn seine Reise geht direkt nach New York.

Ab jetzt müssen wir der Homeland Security jeden Tag berichten, wo wir sind…..! Mühsam, da die Telefonnummern oft nicht stimmen. Wir starten unsere Reise im ICW und geniessen die wunderschöne Landschaft (siehe Fotos). Imposante Grundstücke mit riesigen Villen und jeder hat seinen eigenen Bootssteg. Das Wasser ist allerdings jetzt nicht mehr kristallklar, sondern sumpfig grün braun. Es ist erstaunlich wie viele Tiere hier drin leben und sich wohlfühlen. Wir sehen hunderte von Delphinen, verschiedene Vögel wie zB den Seeadler und an einem Abend in einer abgelegen Anchorage einen Alligator. Da fällt das Morgenbad natürlich aus….. :-))))) Wir sehen uns die älteste Stadt Amerika`s an, St. Augustine bei über 30°Grad. Die Kolonialzeit ist hier deutlich sichtbar anhand der Gebäude, und wir besuchen eine der ältesten Destillerien Amerika`s und vieles mehr. Jeden Abend werden wir von Gewittern überrascht, teilweise sehr nahe und es macht uns auch etwas Angst, weil wir ja wissen was passieren kann……

Die nächste Etappe führt uns nach Beaufort, auch diese durch die Kolonialzeit geprägte Stadt gefällt uns sehr gut. Teilweise verlassen wir den ICW und segeln eine Strecke offshore bei gutem Wind, denn das ständige Motorgeräusch ist ermüdend. Im ICW sind Strömungen und Tiden und natürlich die Brücken ein Thema, daher entscheiden wir uns ab und zu fürs Segeln ausserhalb. Unser nächstes grösseres Ziel ist Charleston. Wir entscheiden uns für die Marina, besuchen die Altstadt mit ihren imposanten Villen und Gärten, den schönen Parkanlagen und dem beeindruckenden Aquarium, das von der Green Peace unterstützt wird. Nach 3 Tagen gehts weiter offshore ca 70 sm nach Georgetown. Bei gutem Wind und wenig Wellen segeln wir 10 h mit durchschnittlich 6,5 kt und geniessen die Ruhe auf dem Meer. Gegend Abend ziehen dunkle Wolken auf und wir nehmen den Inlet Richtung Georgetown in Angriff. Nach 12 Std. Fahrt werfen wir den Anker und geniessen die Ruhe im Cockpit, bis das nächste Donnerwetter kommt…. Die Weiterreise im ICW ist bezaubernd, die Landschaft sehr abwechslungsreich und  die Farbe des Moorwassers ändert sich alle 20 Meilen. Manchmal hat es die Farbe von Teewasser und dann ist es wieder grüngelb. Sieht unappetitlich aus, soll aber sehr sauberes Wasser sein. Die Amis baden drin…..was das auch immer heissen mag :-))

Bald haben wir unser Ziel erreicht. Es liegen noch ca 200 Meilen vor uns im ICW bis nach New Bern in NC. Das Wappen dieser Stadt trägt den gleichen Bären wie unser Bern….kein Wunder will Martin die Skua dort aufs Trockene legen..:-) In 16 Tagen geht unser Flug zurück in die Schweiz wo wir für die nächsten 9 Monate bleiben werden. Wir freuen uns auf unsere Freunde und die ganze Familie, daher ist es uns auch nicht schwergefallen unseren ursprünglichen Plan zu ändern!!

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Wir wünschen Euch eine gute Zeit bis Bald und Aufwiedersehen in der Schweiz

Eure Denise und Martin